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Haus der Düfte testet: PHILIPP PLEIN „No Limit$ Super Fresh“

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Haus der Düfte testet: PHILIPP PLEIN „No Limit$ Super Fresh“

Hält das neue Eau de Toilette vom King Of Bling sein Frische-Versprechen?

Klaus der Düfte vom Haus der Düfte fragt sich ehrfürchtig: Bin ich würdig? Darf ich das neue Eau de Toilette von Mister Billionaire persönlich besprechen, einfach so? So als ganz kleine Nummer? Scherz beiseite – Haus der Düfte ist eine kleine, unabhängige, eigenständige Instanz mit gesundem Selbstbewusstsein und vor Respekt erstarren wir schon mal gar nicht. Es sei denn, ein neues Produkt ringt uns Anerkennung wegen seiner Qualität ab. Und dies darf man jetzt schon einmal als kleines Vorab-Fazit vorausschicken: „Super Fresh„, das in die sehr prägnanten Fußstapfen des Eau de Parfum „No Limit$“ tritt, ist kein bloßer Ableger, kein kaltes Marketing-Produkt geworden. Es besteht dank seiner Variation in der Frische durch eine eigene Identität.

Rein visuell und haptisch betrachtet, stellt sich bei den Plein-Parfums zunächst einmal mehr die Frage: Sind (Macho)Männer Spielkinder? Der Trend der letzten Jahre zur Gegenständlichkeit und symbolhaften Darstellung von Statusobjekten setzt sich weiter fort: Paco Rabanne machte vor 12 Jahren den Anfang mit seinem Goldbarren für seinen Weltbestseller „1 Million“, ließ kurze Zeit später seinen Sportpokal für „Invictus“ folgen. Die wohltuend humorvolle Variation dieser Art von Eskapismus präsentierte uns das Haus Moschino mit seinem skulptural äußerst gelungenen schwarzen Teddybären für „Toy Boy„, der sich zum wahren Kultobjekt gemausert hat. Seit Gaultiers Männertorso war ja schon viel Zeit ins Land gegangen – Selbstironie war danach eher selten in der Prestigeparfumerie vertreten. Jetzt also die Frage: Gesunde Selbstironie oder übersteigerte Egozentrik? Was sieht man in Philipp Pleins schwarzer Totenkopf-Scheckkarte mit Milliarden-Limit? Das liegt, selbstredend, im Auge des jeweiligen Betrachters. Es eint alle diese Titel aber dann doch eine olfaktorische Ambition, die man ihnen nicht absprechen kann. Alle genannten neckisch eingepackten Düfte haben etwas gewagt. Und haben, durchaus, die Palette der Herrendüfte mit etwas Wagemut und Innovation erweitert und sich nicht einfach auf Optik verlassen und ansonsten auf unverbindliche nautische Frische, dem größten gemeinsamen Markt-Nenner, vertraut. „Le Male“ veränderte den mainstream mit seiner betörenden balsamischen Süße, Rabanne kombinierte Holzigkeit und Süße in „1 Million“ – eine zwar nicht avantgardistische aber für den Mainstream doch zunächst überraschende Kombination. Erschließt Plein mit seinem neuen Eau de Toilette ebenfalls Neuland oder ruht er sich auf Vertrautem und Altbewährtem aus?

Der Name des Parfümeurs lässt zunächst ja schon so etwas vermuten: Alberto Morillas ist ein alter Hase, mit vielen Lorbeeren bedeckt, und schuf Klassiker für Acqua Di Parma, Pierre Cardin, Gucci, Kenzo, Van Cleef & Arpels. Aber auch die Moderne gehört zu seinen Kunden wie etwa DSquared² oder Mugler. Seine Vielschichtigkeit muss der Maestro nicht mehr beweisen. Was kam nun also in der Zusammenarbeit mit einem Lebemann und Exzentriker des „neuen Geldes“ wie Philipp Plein olfaktorisch heraus?

Im vorigen Jahr 2020 hat “No Limits“, das Eau de Parfum mehrere Preise als bester maskuliner Duft gewonnen. Der neue, leichtere, frischere Duft (Eau de Toilette) ist, so weiß es die GQ zu berichten, ein Statement für kühnen und zeitgenössischen Luxus, ein Signaturduft, der einzigartig ist und einen hohen Wiedererkennungswert hat. Und, pardautz, Haus der Düfte kann weitgehend bestätigen, was die PR-Maschinerie sagt. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass auch das Eau de Toilette die dunkle, teerige, sinistre Note, die eigenartig markante Aura des Eau de Parfum noch konsequenter bewahrt und weiterkultiviert. Denn in der EdT-Variante „Super Fresh“ wird weniger „dominiert“. Der Duft wirkt verbindlicher, höflicher, „weichgespülter“ und weniger überraschend. Hat man ihn aber erst mal ein paar Minuten auf sich, so empfindet man, insbesondere an warmen Sommertagen, dass das unerwartete Understatement durchaus seine Vorzüge hat. In Verbindung mit warmen Sonnenstrahlen riecht man den immer noch sehr maskulinen Duft sehr gerne an sich selbst. Die Komponenten entfalten sich anscheinend besonders gut in Wärme. Seine wesentlichen Bausteine sind: Kopfnote: Lavendel, Schwarze Feige, Artemisia, Schwarze Johannisbeere / Herznote: Bergamotte, Grapefruit, Ingwer, Kardamom, Schwarzer Pfeffer / Basisnote: Hölzer, Leder-Akkord, Vanille, Weiße Schokolade. Diese Konstruktion fusioniert rundum harmonisch, ohne störende Unwuchten.
Eine preiswürdige Innovation wird man in „Super Fresh“ wohl nicht mehr unbedingt sehen – aber ein munterer Farbklecks im Meer der holzig-frischen Männerdüfte mit nautischer Akzentuierung ist er allemal.

Fazit: „Super Fresh“ ist nicht ganz so charakterstark sinister wie das Eau de Parfum, variiert jedoch die holzig-frischen Männerdüfte mit nautischer Akzentierung mit einer selbstbewussten, ganz und gar nicht leisetreterischen Note. „Super Fresh“ erfindet das Rad nicht neu – bietet solide Frische für junge, junggebliebene, dynamische, sportaktive Männer, während zum No Limit$ Eau de Parfum des Vorjahres wohl eher die ausgeprägten Individualisten und Macher greifen werden.

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